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05.06.2026

Wenn der Platzhirsch ins Stolpern kommt …

Wenn der Platzhirsch ins Stolpern kommt …

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Turbulenzen im Markt Rehasport

Jahrelang kannte die Rehasport-Szene in Deutschland nur eine Richtung – aufwärts. Seit Anfang der 2000er gab es stabile UmsatzZuwächse von bis zu 10% im Jahr, mehr Standorte, mehr Player. Mittlerweile ist die Corona-Talsohle durchschritten, die Zahlen von 2019 sind wieder erreicht. Auch eine weitere Professionalisierung fand in den letzten Monaten statt, zum Beispiel mit dem 1. Deutschen Rehasport-Kongress 2025 und der Zertifizierung weiterer zu - lassungsberechtigten Organisationen wie dem BVGSD e.V. Doch noch heute merkt die Branche die Nachwehen von Corona – neben den Landesverbänden des DBS e.V. vor allem der vermeintliche ehemalige Platzhirsch RSD e.V. Dieser Verband sieht sich mittlerweile mit staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen Untreue und Subventionsbetrug konfrontiert, die Mitgliederzahl ist im Sinkflug. Ein Grund für uns, einen Blick auf diese Entwicklung zu werfen.

Es waren vor allem die personellen Turbulenzen, mit denen der RSD in den letzten Jahren für Aufmerksamkeit sorgte. Anfang 2023 war der langjährige Vorsitzende Thomas Roth aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder im März 2023 Winfried Möck, 1. Vorsitzender von TeamRehasport.

Wirtschaftliche Gesamtlage „prekär“

Möck äußerte sich gegenüber unserer Redaktion, dass er sich angesichts des Verbandszustands alarmiert fühlte. Weiterhin führte er aus, dass die wirtschaftliche Gesamtlage prekär war. Die Haushaltsplanungen für das laufende Jahr lagen nicht vor und es waren keine Rücklagen für die Coronahilfen gebildet worden.

Außerdem, so seine Einschätzung, war die Auslagerung des Aus- und Fortbildungsbereichs an eine Gesellschaft der stellvertretenden Vorsitzenden zum Schaden des Verbands erfolgt. Und es wurde über diese GmbH offenbar auch gegen das in der Satzung verankerte Prinzip, den Vorstand als Ehrenamt zu führen, verstoßen.

Winfried Möck führte weiter aus, dass die Versuche, die nötigen Reformen anzustoßen und Transparenz zu schaffen, um den Verband zukunftsfähig zu machen, scheiterten. Letztlich sei die Struktur in den Wachstumsjahren zu sehr auf Einzelpersonen ausgerichtet gewesen, die nötige Organisationsreife für eine Reform habe nicht existiert.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Nach vielen Diskussionen (u.a. über die Rechtmäßigkeit der Wahl, Compliance-Verstöße) und einigen öffentlichen Briefen zogen Winfried Möck und mehr als die Hälfte des erweiterten Vorstands die Reißleine: Bei einer außer ordentlichen Mitgliederversammlung im November 2023 traten sie zurück und Möck übergab die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft Berlin. Diese nahm Ermittlungen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrugs sowie Untreue in siebenstelliger Höhe auf. Im Visier stehen der vor - malige Vorsitzende Thomas Roth, die damalige und aktuelle Stellvertreterin Sabine Knappe und die Geschäftsführerin Christin Ufer.

Deutlicher Mitgliederschwund

Allein im Jahr 2025 verlor der RSD ungefähr ein Viertel seiner Standorte. Die Rückgänge werden laut Möck mit sehr aggressiver Werbung versucht wettzumachen – allerdings mit un - lauteren Mitteln. Aussagen hätten kassiert werden müssen, da sie „unwahr und irreführend“ waren. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern derweil noch an. Der Markt Rehasport wird sich weiter entwickeln. Welche Rolle der RSD dabei spielen wird, ist aktuell ungewiss.

Redaktion


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